Stans, Zentrum des kulinarischen Erbes der Alpen

Unser Essen ist ein kultureller Wert, den es sich zu pflegen lohnt. Er definiert unsere Identität stärker als jeder Jodel, jeder Hosenlupf und jedes Schrammeln. Wie kein anderer Sinn ist unser Geschmack tief in uns verwurzelt. Er vergisst nicht. Und genau so soll es in Zukunft auch bleiben. 

Wer unsere Arbeit aufmerksam verfolgt, weiss es vielleicht schon, für alle anderen dürfen wir hier auf unserem Blog etwas weiter ausholen und von einem wahrhaft ehrgeizigen Projekt erzählen. Im ehemaligen Kapuzinerkloster im nidwaldischen Stans in der Innerschweiz hat das kulinarische Erbe der Alpen nun ein Zuhause gefunden. In den kommenden zwei Jahren entsteht hier das erste Kompetenzzentrum für alpine Kulinarik. Das alles auf der Grundlage einer biologischen und nachhaltigen Landwirtschaft, Interesse am Erhalt und der verstärkten Nutzung der Biodiversität, der Stärkung der lokalen und regionalen Spezialisierung und der Verbesserung der Marktchancen der alpinen Landwirtschaft und lokalen Produktion. Weil ein solches Projekt nur mit vereinten Kräften realisiert werden kann, arbeitet man in Stans eng mit Bio Suisse, der Sortenorganisation ProSpeciaRara und Slow Food Schweiz zusammen. Verhandlungen mit weiteren Organisationen und Berufsverbänden aus allen Alpenländern laufen. 

Gemeinsam mit Slow-Food ist der Aufbau einer Akademie geplant, an der nebst Weiterbildung auch Umschulungen möglich sein werden. ProSpeciaRara wird dabei helfen, den Garten des Klosters zu einem Paradies der alpinen Gemüse-, Obst- und Kräuterdiversität heranwachsen zu lassen. Klostergastronomie, Klosterherberge, Alpsbrinzkeller und eine alpine Bierbank - mit allen Bieren des Alpenraums - sind ebenfalls geplant. 

Foto Urs Flüeler

Foto Urs Flüeler

Dominik Flammer arbeitet gemeinsam mit seinem Team bereits seit längerem konsequent am Aufbau eines Think Tanks, der die Grundlagen für die politische, wirtschaftliche und kulinarische Umsetzung all dieser Ziele erarbeiten wird. Mit bodenständiger Forschungsarbeit, experimentellem Austausch zur Weiterentwicklung neuer Projekte für Direktvermarkter und nachhaltiger Netzwerkarbeit zur Einbindung des einzigartigen, aber bis heute weit verzweigten und sehr verzettelten Know-hows der führenden Organisationen und Verbände. 

Wie gesagt, wenn alles gut geht, sollte es in zwei Jahren soweit sein. Dann hat das kulinarische Erbe der Alpen jenen Platz gefunden, der es ihm ermöglichen wird unser kulinarisches Erbe sichtbar und erlebbar zu machen. Denn wenn wir unsere Landwirtschaft und damit die Basis unseres Geschmacks erhalten wollen, muss dieses mit aller Kraft und Leidenschaft gepflegt werden. Dazu benötigt es ein starkes und vor allem mutiges Netzwerk, das Landwirtschaft, Gastronomie, Hotellerie und Tourismus eng miteinander verbindet.